El Huerto

«Alte Männer, die mit dreckigen Händen in ihrem Garten wühlen», sagte sie, das wäre nicht so ihr Fall. Sie freute sich über den kleinen beiläufigen Stich, obwohl es eigentlich um das Buch ging, das ich erwähnt hatte. Ich wartete auf «Capricho – Ein Sommer in meinem Garten», Beat Sterchis neuestes Buch, welches nun wieder bei Diogenes erschienen ist. Ich bekam es rechtzeitig für die Ostertage.

Der König der Spatzen

Manchmal fällt einem eben etwas ein – schon weil die Spatzen zwitschern. Dann rankt die Phantasie darum eine Geschichte, ein Bild, eine Szene. Man schreibt es also auf und beginnt die Arbeit des Feilens: «An einer kleinen Nebenstrasse am Rand meiner Stadt da steht ein Haus . ‹…›»

Nur für das Protokoll

Man lässt also den Blick schweifen, und mein Blick schweift dabei vom Schreib-, Ess- und Konferenztisch im Home Office durch das Fenster zum Vogelhaus. – Ja, da gibt es eigentlich nicht viel Neues.

Nicht wirklich über den Erlenzeisig

Die Steuererklärung: Denn die kommt nun auch gerade ins Haus als eine erste Erinnerung an die staatsbürgerliche Pflicht. Das ist auch keine grosse Sache. Ich zahle gerne Steuern, also jedenfalls grundsätzlich.
Mit der Steuererkärung kommt die behördliche Demütigung.

Schneetage

Erst zuhause schwirrt der Kopf wieder von den Bildern der letzten Wochen. Kann man das vergessen, wie ein gehörnter junger weisser Mann schamanisch brüllend auf der Gallerie des Parlamentssaals im Capitol steht? Alsob 10’000 Jahre Zivilisationsgeschichte am Menschen spurlos vorübergegangen sind?

Rückblickend

Man kann es sich wohl nicht als Verdienst zuschreiben, verschont worden zu sein. Allenfalls wäre jetzt am Jahresende der Zeitpunkt, sich auf die Schultern zu klopfen, wenn man die Ruhe bewahrt hat, nicht ins haltlose Tagesgeschrei eingestimmt hat, getan hat, was notwendig war. Oder wenn man jedenfalls rasch wieder die Fassung gewonnen hat.

Vielleicht mochte der Buddha keine Krähen

Im Berner Online-»Bund« erschien neulich kurz vor Mitternacht ein Kommentar von Martin Ebel, in welchem er davor warnt, allen Geistesgrössen ihre unbedachten und nebensächlichen Zitate vorzuhalten und damit das Kind (namens Hegel, Kant, Voltaire etc.) mit dem Bad auszuschütten… Zeit für ein Wort zum Heldensturz.

An Grenzen stossen: von ‘Ulidigen’ und Narzissten

Da sitzt man zwangsläufig mit einem heilenden Knie zuhause, und die Welt dringt als Spatzenlärm und Maskenkoller hinein … Also muss auch einmal etwas zur Maske gesagt werden.

VI. Irgendwie schon wieder normal

Manche sind Pendler*innen, ein paar zu den Eltern gezogen, jemand hat mal kurz die Wohngemeinschaft gewechselt und einer hat überhaupt erst im Team begonnen, als wir schon im Lockdown waren. Das sei für ihn schon gewöhnungsbedürftig, dass er seine Kolleg*innen nur virtuell, digital, also irgendwie flimmernd kennenlerne …

V. Spatzenlärm

Zwischen Koppel, Wiese und Acker zieht sich, eine kleine Biegung um einen dicht belaubten Lindenbaum nehmend, ein kiesiger zweispuriger Landwirtschaftsweg den Hügel hinauf, stösst dort auf eine weitere, aber etwas weniger breit ausladende Linde. Links des Baumes fällt das Gelände einige Meter steil ab, rechts hebt sich im sanften Schwung eine Wiese, hinter welcher sich nur der gerade grau bewölkte Himmel erstreckt …